Post von Tilly

(Teil 1: Sie baden gerade ihre Hände drin!)

Vielleicht kennen Sie noch die Palmolive Werbung aus den 80igern? Da badet doch die Nageltante Tilly die Hände der Kundin in Geschirspülmittel und erklärt auf den erschreckten Ausruf der Kundin: „In Geschirrspülmittel?“ beruhigend „Nein, in Palmolive“.

 

Ich weiß gar nicht, warum mir das bei meiner aktuellen Geschichte immer wieder in den Sinn kommt.

Da schreibt mir doch in etwa seit Mai eine Firma BT (Beate Tilly) Marketing immer wieder E-Mails. Angeblich im Auftrag von verschiedenen bekannten Kunden. Mal soll ich O2 Kunde werden, dann ganz zuverlässig eine Partnerin finden oder auch schnell Sprachen lernen.

Wie auch immer: Das nervt!

Für mich ist das unerwünschte E-Mail, auch SPAM genannt und ich habe diese Mails weder bestellt, noch dieser Firma jemals meine E-Mail Adresse zur Verfügung gestellt.

Als mich im Juli die massenhafte Zusendung von Mails wirklich zu stören beginnt, mache ich von meinem Auskunftsrecht gemäß §34 des BDSG Gebrauch und verlange von BT Marketing Auskunft, welche Daten sie von mir gespeichert haben. Ich fordere BT Marketing auch direkt dazu auf meine Daten zu löschen, bzw. hilfsweise die Datensätze zu sperren.

Gleichzeitig untersage ich natürlich auch die Zusendung von weiteren unerwünschten E-Mails und die eventuelle Weitergabe meiner Daten. Ich möchte ja vermeiden, dass mich anschließend womöglich andere Firmen belästigen.

Kurze Zeit später (am 23.07.2013) erhalte ich Post von einem im Absender genannten „Dieter Tilly“ der Firma TDG Germany. (Seltsam, die kannte ich bis dahin gar nicht.) Unterzeichnet allerdings von einem Franko B. der mir schreibt, ich hätte sie ja durch setzen von zwei Haken ermächtigt mir bis auf Widerruf Newsletter und „sporadische Produktinformationen“ zuzusenden.

Diese Haken soll ich angeblich bei der Anmeldung zum Gewinnspiel www.happy-win.de gesetzt haben und die E-Mail Adresse wäre angeblich per Double-Opt-In Verfahren überprüft worden.

Anbei sendet man mir sogar einen Auszug aus dem Datenbestand der Double-Opt-In Überprüfungen, mit einem Anmeldedatum vom 28.10.2010.

Ich glaube ich brauche hier nicht zu erwähnen, dass ich diese Anmeldung natürlich niemals vorgenommen habe. Weder wäre ich so dämlich mich überhaupt bei einem Gewinnspiel mit meiner „Haupt“ E-Mail Adresse anzumelden, noch wäre ich unintelligent genug dies auch noch bei einer solchen Website zu tun.

Ganz davon abgesehen, pflege ich um 04:38 Uhr (der angeblichen Anmeldezeit) auch eher im Bett zu liegen, als mich bei Gewinnspielen anzumelden.

Eines ist mir also sofort klar: Ich habe mich ganz sicher nicht dort angemeldet.

Also: Wie kommt dann meine E-Mail Adresse in deren Datenbank?

(Dazu vielleicht in einem späteren Artikel mehr.)

Man versichert mir noch, dass man meine Daten gesperrt/gelöscht und sie auf eine interne Robinsonliste gesetzt habe und ich nun keine SPAM… ach nein, „Produktinformationen“ mehr erhalten werde. (Wie war das noch mit Palmolive?)

Es gibt nur ein klitzekleines Problem:

Die Mailflut hört nicht auf!

Schon am 25.07. geht es weiter mit „Online Sprachen lernen - Einfach, schnell und mit Spaß“, - den ich beim Anblick dieser Mail nicht unbedingt empfinde. Steigert sich über „Saturn Gutschein“, „Deal des Tages“ etc. bis zu „Jetzt live verlieben“

Nun, meine Liebe zu BT Marketing haben diese Mails nun nicht gerade verbessert. So entscheide ich mich Ende August nach über 30 weiteren „Produktinformationen“ und Newslettern meinen Anwalt mit der Angelegenheit zu beauftragen. Dieser bittet BT-Marketing doch endlich die Zusendung von „Produktinformationen“ einzustellen und sendet auch noch eine gleichlautende Unterlassungserklärung an BT-Marketing.

Schließlich möchte ich ja jetzt sicher gehen, meine Hände zukünftig nicht mehr in Palmolive zu baden.

Nach etwas hin und her kommt Post vom RA Syndikus. Ja Genau! Dieser bekannten Anwalt, den man aus der EX-Kanzlei mit  Günter Freiherr von Gravenreuth kennt.

Die Gegenseite gibt immerhin eine modifizierte Unterlassungserklärung ab, verweigert allerdings die Kostenübernahme mit dem Argument sie hätte ja nach dem 23.07.2013 nur noch eine E-Mail versehentlich versendet.

Doch so war es nicht: Alleine im August sind nachweislich über 30 E-Mails von BT-Marketing an meine E-Mail Adresse gesendet worden. Erst nach dem ersten Schreiben meines Anwalts sind keine „Produktinformationen“ von BT-Marketing mehr bei mir eingegangen.

So wie es aussieht, kann ich mich jetzt auf eine kleine Tagestour nach Hamburg mit Besichtigung des dortigen Gerichts freuen.

Ich werde Sie auf dem Laufenden halten…